Weitere Informationen | |
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Veranstaltungsort | 2. OG Hessisches Landesmuseum Darmstadt Friedensplatz 1 64283 Darmstadt |
Kuratorin | Dr. Gabriele Mackert |
Laufzeit | 01. Oktober bis 31. Oktober 2019 |
01.10.2019 – 31.10.2019
02.10.2019
Video des Monats. Ozeanische Gefühle 09
Solveig Settemsdal & Kathy Hinde »Singularity«
»Singularity« (Einzigartigkeit) beginnt als Punkt. Etwas bewegt sich, schwillt an, vergrößert sich, wird komplexer, zieht sich zurück und stößt in eine neue Form vor. Was will hier wachsen? Wohin drängt es?
Es bleibt jedoch unklar, ob es eine wissenschaftliche, womöglich mikroskopische, Aufnahme ist. Settemsdal experimentiert seit einigen Jahren mit flüssigen Formen, um Zeichnen als zeitlichen und skulpturalen Prozess zu untersuchen. Für „Singularity“ stößt sie mit weißer Tinte in einen Würfel Gelatine.
Die neunminütige Bewegungsstudie der norwegischen Videokünstlerin und der britischen Komponistin Kathy Hinde fasziniert gerade aufgrund der minimalen Gesten und Klänge. Die Idee eines wachsenden Punktes nimmt auch Hindes Komposition auf: Töne entstehen aus der Stille, expandieren, dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen.
Unter Singularität versteht man in der Systemtheorie einen Punkt, in dem auf eine kleine Ursache eine große Wirkung folgt; in der Futurologie den Zeitpunkt, ab dem Maschinen sich selbst verbessern können und sich unabhängig von Menschen entwickeln. Singularität ist auch ein theoretisches Konzept von Raum und Zeit. Physik und Astronomie bezeichnen damit Orte, an denen die Gravitation so stark ist, dass die Krümmung der Raumzeit „unendlich“ ist.
Solveig Settemsdal (GB/N) lebt und arbeitet in London und Bristol. Sie ist Absolventin der Slade School of Fine Art (2018) und studierte zuvor an der Glasgow School of Art. „Singularity“ erhielt 2016 den Jerwood Zeichnung Preis.
Ausstellungsauswahl: Bildmuseet, Umeå, Ars Electronica, Linz, CCA Glasgow, Drawing Biennale im Drawing Room, London, Statens Kunstforening, Oslo.